Lipidmatrix oder wässrige Lösung: Die Biochemie der Löslichkeit
In der Ernährungsphysiologie gilt ein unumstößlicher Grundsatz: Gleiches löst sich in Gleichem. Wasserlösliche und fettlösliche Nährstoffe nutzen völlig getrennte Transportwege im menschlichen Stoffwechsel, was direkte Auswirkungen auf ihre Darreichung hat.
1. Fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) in nativer Ölbasis
Cholecalciferol und Menachinon sind apolare Moleküle. In reinem Wasser perlen sie ab und verklumpen. Erst gelöst in mittelkettigen Triglyceriden (MCT) können sie von den Gallensäuren des Körpers emulsioniert und über das Lymphsystem resorbiert werden.
2. Wasserlösliche Vitamine (B-Gruppe, C) in Trockenkapseln

Ascorbinsäure und Thiamin sind hydrophil. In Pulverkapseln bleiben sie stabil trocken gelagert. Sobald die Kapselhülle im Dünndarm aufquillt, diffundieren die Ionen unmittelbar in die wässrige Darmschleimschicht und passieren die Zellmembranen der Enterozyten.
3. Elektrolyte im wässrigen Lösungsgleichgewicht

Magnesiumsalze wie Magnesiumcitrat bilden in Wasser geladene Magnesium-Ionen und Citrat-Anionen. Als Pulvergetränk aufgenommen, erfordert dieser Prozess keinerlei Magenaufschluss – die Ionen stehen den zellulären Transportern sofort zur Verfügung.
Waldkern-Erkenntnis: Die Natur gibt die Matrix vor – Öl für Lipophile, Wasser für Hydrophile.